Merkel und die vergessene Freiheit

Januar 23, 2008

In einer Gesprächsrunde mit Bill Gates warnte unsere Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Mittwoch davor, die von der Informationstechnik bewirkten gesellschaftlichen Veränderungen zu unterschätzen. Leider scheint das Vergessen der Geschichte auch vor ihr nicht Halt zu machen. Merkel behauptet weiter, dass der Mauerfall und der Sturz des Sowjetregimes ein „Produkt der Informationstechnologie“ sei. An dieser Stelle fragen wir uns, ob Frau Merkel den Mut ihrer damaligen Mitbürger in der DDR vergessen hat. Es war ein Produkt des Volkes, dass es zur friedlichen Revolution kam. Telefon, Internet und Blogs waren zur damaligen Zeit nicht sonderlich verbreitet und haben mit dem Mauerfall in der Gesamtbetrachtung soviel zu tun, wie David Hasselhoff mit jenem.

Diktatorische Systeme bekommen nach Ansicht der von Angela Merkel „zunehmend ein prinzipielles Problem“.

Nicht nur diktatorische Systeme, liebe Angela. Ein prinzipielles Problem bekommt auch derjenige, der versucht, das Grundgesetz mit allen Füßen zu treten. Gerade durch das Internet ist es möglich geworden, Wissen und Argumente zu verbreiten, insbesondere jedoch Gegenargumente. Das sollten Sie auch Ihrem Innenminister mitteilen.

Weitere Informationen: www.heise.de

Update: Offenbar findet der zuständige Redakteur auf bundeskanzlerin.de auch, dass das gar nicht so gut klingt. Dort heißt es mittlerweile etwas blumiger, wenngleich unsinniger:

So sei die „unglaubliche Bewegung der Freiheit, die sich über die Welt ausgebreitet hat, ein Produkt der Informationstechnologie“. [..] Die kommunistischen und sozialistischen Systeme seien daran schließlich zerbrochen, sagte Merkel.

Nachzulesen bei: www.bundeskanzlerin.de

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